Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

noch nie haben wir uns in einer Situation gesehen, die es erfordert, dass wir uns, Gemeinde und Kirche mit so einem dringenden öffentlichen Aufruf an Sie alle wenden müssen. Kaum einer von uns hat es je für möglich gehalten, dass unser Land und unsere Heimat innerhalb weniger Tage in einen Notstand verfällt, der unser Land, unsere Mitmenschen und unsere Gesellschaft vor eine der größten Herausforderungen stellt.
Die Corona-Epidemie entwickelt sich von Tag zu Tag weiter zu einer der größten und gefährlichsten Gefahrenlagen für die gesamte Bevölkerung! Das besonders heimtückische an dieser Viruserkrankung liegt darin, dass junge, fitte und gesunde Personen eine Infektion in den allermeisten Fällen ohne große Komplikationen mit mildem Krankheitsverlauf – oft auch ohne deutliche Symptome – übersehen. Die Risikogruppen der älteren, geschwächten oder vorerkrankten Personen sind dem Coronavirus jedoch gnadenlos ausgesetzt und befinden sich bei einer Infektion in höchster Gefahr und geraten nicht selten in Lebensgefahr!
Es liegt an nun an uns allen, diese große Gefahr mit Vernunft, Rücksichtnahme und Selbstdisziplin soweit als irgend möglich in Schach zu halten. Die bayerische Staatsregierung hat hierzu mit Veranstaltungsverboten, Betretungs- und Besuchsverboten, Betriebsuntersagungen und Ausrufung des Katastrophenfalles dringendst notwendige Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung in die Wege geleitet; weitere einschneidende Maßnahmen können noch erforderlich werden.

Wir bitten Sie deshalb heute alle inständig darum, diese außergewöhnliche Situation und diese extrem hohe Gefahrenlage wirklich ernst zu nehmen und sich strikt an die staatlichen und behördlichen Anordnungen zu halten. Nur wir alle gemeinsam können durch unser Verhalten diese Tage und Wochen meistern! Achten Sie besonders auf unsere Kinder und Jugendlichen: Die Schließung von Kindergärten und Schulen hat das Ziel der dringend notwendigen Minimierung von Kontakten und Durchbrechung von Infektionsketten. Deshalb ist es nun umso wichtiger, dass unsere Kinder und Jugendlichen möglichst daheimbleiben und sich nicht in Gruppen und Ansammlungen treffen. Wir appellieren deshalb besonders an alle Eltern und Erziehungsberechtigen, sich dieser Verantwortung bewusst zu sein!
Corona ist anders, als jede Katastrophe oder Gefahr, die bisher unser Land getroffen hat! Alle großen Krisen der Vergangenheit haben unsere Vorgänger dadurch gemeistert, dass Sie mit größter Solidarität, Zusammenhalt und gemeinsamer Arbeit Not und Unheil begegnet sind. Corona verlangt von uns nun genau das Gegenteil: Die Distanz zu unseren Mitmenschen, die Vermeidung von Kontakten und einen fast vollständigen Stillstand unseres gesellschaftlichen und kulturellen Lebens.

Doch wir leben im Jahr 2020, in einem der höchstentwickelten Länder der Welt mit einem der besten Gesundheitssystemen! Wir Bürgerinnen und Bürger sind nun gefordert genau diese großen Stärken unserer Demokratie wieder anzuwenden. Wir zeigen unsere Solidarität und unseren Zusammenhalt in diesen Tagen auf modere Art und Weise. Per Telefon, Handy, Whatsapp, Facebook stehen uns alle erdenklichen Möglichkeiten zur Verfügung um mit unseren Mitmenschen Kontakt zu halten, ihnen zu helfen und sie zu unterstützen. Was gestern der freundliche Gruß, ein Lächeln oder Händedruck war ist heute halt ein Smiley oder Ellbogengruß! Auch sonst gilt es, ein offenes Auge für unsere Mitmenschen zu haben: Braucht jemand Unterstützung beim Einkauf, Medikamente oder gute Worte am Telefon. Wo und wie kann jeder von uns das Seine einbringen, um als Gemeinschaft diese Zeit zu überstehen – daran wird sich unsere Zukunft entscheiden.

Wir bitten Sie deshalb heute auch ganz besonders darum, diejenigen Personen und Mitmenschen zu unterstützen und unsere Anerkennung zukommen zu lassen, auf die wir in diesen Tagen besonders angewiesen sind und die großes Leisten: Seien es z.B. die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern oder Altenheimen, die Polizisten, die Feuerwehren, die Verkäuferinnen und Verkäufer in den Lebensmittelmärkten, unsere Landwirte, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Staat, Kommunen und allen gemeinnützigen und kirchlichen Organisationen, den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.
Diese Liste liese sich noch lange fortsetzen und zeigt uns: Wir sind alle füreinander da und stehen in diesen Tagen zusammen durch eine noch nie da gewesene Rücksichtnahme und Solidarität. Wir werden die Corona-Krise überstehen und als starke Gesellschaft daraus hervorgehen. Das ist unsere Hoffnung, unser Aufruf und unsere Bitte!

So wünschen wir Ihnen allen nun viel Kraft, Zuversicht und Gottes Segen und bleiben Sie bitte alle gesund!!!

Thomas Kleinle, Pfarrer
Wolfgang Höß , 1. Bürgermeister


   
   

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